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Themenweg Bergbau & Kohle

Mittel

Merkliste

2:00 h

758 m

220 m

5,2 km

Art:

Wandern

Start:

Kirchplatz

Ziel:

Bergbaumuseum

Tourenbeschreibung

Entlang des Themenweges besuchen Sie historische Stätten, die einst für Tirol von großer Bedeutung waren. Der Kohlebergbau und die erste Portlandzementerzeugung von Österreich-Ungarn bedingten einen kontinuierlichen Bergbau über 250 Jahre, 200 Jahre davon unter Tage.

Ein 4,6 km langer Rundweg führt an den unten stehenden Stationen entlang und endet wiederum am Ausgangspunkt. Planen Sie für die Route ca. 2 Stunden ein. Gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Station 1: Kirchplatz
Wir laden Sie ein zu einer Rundwanderung auf den Spuren des Bergbaus, zurück in jene Zeit, als Bad Häring vom Bergbau geprägt war. Der Rundweg startet mitten im Dorf und führt von dort, an der Kirche vorbei, in Richtung Burg (Ortsteil) und Steinbruch.

Station 2: Maximilianstollen  
Der Maxstollen wurde im Jahre 1810, unter dem bayerischen König zur weiteren Aufschließung des Kohleflözes angeschlagen. Nach Aufgabe der Kohleförderung wurde der Maxstollen im Jahre 1880 zur Mergelförderung von der Perlmooser Zementwerke AG (PAG) wieder aufgeschlossen.

Station 3: Franziskistollen  
Der Franziskistollen (673 m ü.d.M.) wurde 1784 angeschlagen und erreichte nach 606 m das Kohleflöz. Für den Franziski kam 1836 nach einem verheerenden Brand das Aus. Bemerkenswerter Weise begann man die Wiederaufnahme des im 2. Weltkrieg stillgelegten Kohlebergbaues im Franziskirevier. Damals war der Tiefbau „ersoffen“ d.h. von Grundwasser überflutet.

Station 4: Kalksteinbruch Pölven
Am Pölven wird Kalkstein für die Zementerzeugung im Sprengbetrieb gebaut. Vom oberen, dem „neuen Steinbruch“, gelangt der Kalkstein über einen 300 m langen und 3 m breiten Sturzschacht mit anschließendem Förderband in den „alten Steinbruch“ und wird dann zur Brecheranlage im Mergelsteinbruch transportiert.

Station 5: Betonplomben
Der schwerste Brand brach 1836 im Franziskirevier aus und schwelt noch bis in die jüngste Zeit. Bis in neuerer Zeit musste durch Betonplomben die Versiegelung des Brandreviers vorgenommen werden. So ist überliefert, das im 16. Jhdt. hier das Frühgemüse für den Hof in Innsbruck angebaut wurde. Die Schneeschmelze und der erwärmte Boden sorgten für ein freundliches, lokales Kleinklima.

Station 6: Gstettner-Brücke
Im Lengerergraben, unterhalb der Gstettner-Brücke entdeckte der Kufsteiner Alois Kraft die Portlandzementmergel, die er in 3 Schachtöfen zu Klinker brannte. Gemeinsam mit dem Salzburger Angelo Saullich gründete Kraft die "k. k. privilegierte erste österr. Portlandzementfabrik“. 1872 gründete Saullich die Kink`sche Zementfabrik in Kufstein und die Perlmooser Zementwerke AG (PAG). 1885 erfolgte der Bau einer neuen Ofenanlage in Kirchbichl/Bichlwang - das "Saulichwerk".

Station 7: Theresiastollen
1766 förderte die Kaiserin Maria Theresia die Auffindung von Kohlelagerstätten. Noch im selben Jahr meldete der Knappe Jakob Weindl ein Vorkommen im Lengerergraben. Die Ausbisse des Flözes befanden sich zwischen 760-870 m. Der erste Schurf erfolgte durch eine priv. Gewerkschaft, dem 1781 ein verstaatlichter Betrieb folgte. Der Theresienstollen (690 m) befand sich in unmittelbarer Nähe zu den heutigen Beton-Plomben und wurde um 1777 als erster Stollen zur Aufschließung des Flözes angeschlagen.

Station 8: Schichtenfolge
Der Pölven steht auf drei goldenen Füßen,der Kohle, dem Mergel und dem Ölschiefer.

Station 9: Förderbandanlage 
Über die 3,5 km lange, großteils unterirdische Förderbandanlage werden Kalkstein und Mergel von den Steinbrüchen am Pölven und am Paisselberg nach Kirchbichl zur Bahnverladung transportiert. Per Bahn erfolgt dann der Abtransport in Ganzzügen nach Rohrdorf zum „Südbayerischen Portland-Zementwerk“.

Station 10: Egger-Lüthi Stollen
1882 gründeten Michel Egger u. Joachim Lüthi eine Zementfabrik. Zur Rohsteingewinnung erwarben sie den Ag-Stollen, der bis dahin der Kalksteingewinnung diente. Der Stollen wurde vorgetrieben, bis Portlandzementmergel angefahren wurde. Zur Verbindung mit dem Bergbau in Häring dienten Pferderollbahnen mit 800 mm Spurweite. 1907 wurden die Rollbahn und Grubenbahn im Ag-Stollen elektrifiziert. 1909 ging die Egger-Lüthi-Fabrik an den Perlmooser-Konzern über.

Station 11: Vom Knappendorf zum Kurort
Als 1951 auf der Suche nach Braunkohle eine Schurfbohrung durchgeführt wurde, stieß man in 300 m Tiefe auf hochwertiges Schwefelwasser, das in einer 20 m hohen Fontäne empor schoss. Nachdem sich die Schwefelquelle als eine der stärksten in Österreich erwiesen hatte, erklärte sie die Tiroler Landesregierung 1953 zur Heilquelle. 1958 entstand das Kurmittelhaus, das heutige Kurzentrum. 1965 Ernennung zum „Bad“, 1996 die Ernennung zum „Kurort“.

Station 12: Spielplatz
Diese Station ist voll und ganz unseren jungen Gästen gewidmet. Spielerisch wird Kindern nahe gebracht, dass Bad Häring ein Dorf mit langer Bergbau-Tradition ist. Die kleinen Besucher können sich hier richtig austoben. Unsere Themenwanderungen, an denen Kinder teilnehmen, enden hier, so bleibt allen Kindern auch bei geführten Touren genügend Zeit für "Bergbau-Spiele".
 
Station 13: Franziskibad
Der Tiroler Bote vom Jahre 1877 berichtet uns folgendes: "In Häring wurde im vergangenen Herbst an einer warmen Quelle, welche schon viele Jahre aus dem Kohlebergwerk fließt, in ein kleines Bad mit einigen Zimmerchen errichtet." Das Badhaus befand sich am Mundloch des Franziskistollens. Das Wasser wurde als schwefel- und eisenhaltig beschrieben. Ende der 80er Jahre wurde eine neue Badeanstalt errichtet

Station 14: Bergbaumuseum
Das Bergbaumuseum befindet sich im Café Linde, im so genannten Pölvenkeller. Das Museum ist eine multimediale Attraktion zum Thema Bergbau mit Schwerpunkt Sozialgeschichte. Das Museum ist so ausgerichtet, dass es Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Die Besucher betreten einen Kohlenkeller und entdecken dort beim Stöbern so allerhand. Ein alter Bergmann erzählt den Besuchern aus seinem Leben...

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