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Reischerhof - Ebbs

Margit Glarcher vom Reischerhof – Seminarbäuerin für „Landwirtschaft macht Schule“
Margit und Sebastian Glarcher betreiben gemeinsam den Reischerhof, eine biologische Landwirtschaft in Ebbs. Bereits vor ungefähr 30 Jahren wurde diese schon auf einen Biobetrieb umgestellt, als die Eltern von Sebastian den Hof noch geführt haben. Margit stammt ebenfalls von einer Landwirtschaft aus der Wildschönau und kennt das Handwerk einer Bäuerin seit Kindertagen.

Eigentlich hatte sie aber den Beruf der Zahnarztassistentin und Mundhygienikerin gelernt. Margit Glarcher war einige Zeit beim Land angestellt und zuständig für die Zahnprophylaxe in Schulen und Kindergärten. Seit 1996 ist sie am Reischerhof und betreibt dort mit ihrem Mann die biologische Landwirtschaft. Gemeinsam haben sie drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter und schon jetzt steht fest, dass der älteste Sohn, Florian, den Hof übernehmen wird. Alle drei Kinder helfen außerdem tatkräftig mit, wenn ihre Hilfe gefragt ist, was auf einem Bauernhof natürlich immer wieder der Fall ist. Der Reischerhof ist ein Heumilchbetrieb, der die Sennerei Plangger und die Marke „Zurück zum Ursprung“ beliefert.

Strenge Kontrollen eines Biobetriebes
Familie Glarcher betreut rund 35 Kühe und deren Aufzucht. Das Vieh ist ganzjährig zu Hause, da rund um den Hof und im Laufstall ausreichend Platz für den notwendigen Auslauf ist. Als Biobetrieb ist man verpflichtet, genaueste Aufzeichnungen über die Tierhaltung zu unternehmen. Zum Beispiel muss der Freigang der Tiere festgehalten werden und ebenso, was für ein Futtermittel verabreicht wird. Natürlich muss es auch genauestens dokumentiert werden, wenn Tiere eine medikamentöse Behandlung brauchen. In dieser Hinsicht hat Margit Glarcher zum Glück sehr wenig Bedarf. Sie ist nämlich bestens vertraut mit dem Einsatz von homöopathischen Mitteln bei Tieren, hat dazu auch schon eine Ausbildung bei einer Tierheilpraktikerin absolviert und nimmt immer wieder an Schulungen zu diesen Themen teil. Im Endeffekt ist kein großer Unterschied zur Anwendung homöopathischer Mittel bei den Menschen. Und es hilft eben auch den Tieren auf schonende Weise in ganz unterschiedlichen Situationen. Durch diesen Einsatz der pflanzlichen Unterstützung benötigt sie die Hilfe des Tierarztes nur sehr selten und hat auch kaum medikamentöse Behandlungen bei ihren Tieren zu verzeichnen. Margit ist ausgebildete Kräuterführerin, hat selbst einen Garten, Hochbeete mit verschiedenen Kräutern und einen Obstanger. So gedeihen bei ihr selbst viele Pflanzensorten, die sie wiederum für die homöopathischen Anwendungen einsetzen kann. Aus der Ernte des Obstangers gibt es darüber hinaus frisches Kompott, herrliche Marmeladen und naturreinen Apfelsaft, was nach wie vor bei ihren eigenen Kindern besonders beliebt ist.

Landwirtschaft macht Schule
Es gibt in Tirol 16 Seminarbäuerinnen, die bei dem Projekt Landwirtschaft macht Schule mitwirken können. Die Ausbildung zur Seminarbäuerin ist Voraussetzung dafür. Das bedeutet, sie sind dazu berechtigt, in Neuen Mittelschulen Schulstunden zu Themen wie zum Beispiel Getreide, Milch, Apfel, Ei, Einkaufen & Regionalität oder sogar Kochstunden, in denen unter anderem ein Tiroler Burger zubereitet wird, abzuhalten. Margit Glarcher ist in den Schulen in Kössen, Niederndorf, Langkampfen und Kufstein tätig. Nicht jedes Jahr werden an allen Schulen alle Themen behandelt. Das kommt auf den Lehrplan an. In diese Schulstunden – meist ist es die Biologiestunde – bringt sie oft Kostproben vom Hof, die zum Thema passen, mit. Auch die Lehrpersonen sind natürlich anwesend und die Themen werden dann noch weiter vertieft. Bei Margit ist diese Form der „Schule am Bauernhof“ wesentlich mehr gefragt, als jene, bei der die Schulklassen ihren Hof besuchen. Allerdings hat sie im Zuge des Kufsteiner Ferienexpresses immer wieder Kinder bei sich, mit denen sie zum Beispiel in ihrem Holzbackofen Brot bäckt oder – was äußerst beliebt bei den Kindern ist – eine Bauernhof Rallye veranstaltet. Bei dieser gibt es Stationen, wie zum Beispiel Gummistiefel weitwerfen oder Gummieuter melken. Bei den verschiedenen Kräuterhochbeeten, die Margit angelegt hat, gibt es ebenfalls interessante und spannende Spiele für die Kinder. Zum Beispiel das Riech-Memory, die Schnitzeljagt oder die Kräuterpyramide. Das alles sind verschiedene Programme, die sich die Bäuerin einfallen lassen hat, um den Kindern Lebensmittelherkunft und Natur spielerisch näherzubringen.

Durch ihre Besuche in der Schule hat sie schon oft feststellen müssen, dass Kinder nicht wissen, wie viele Eier von Hennen gelegt werden oder wie oft eine Kuh gemolken werden muss. Sie hat das Gefühl, durch den intensiven Medienkonsum vereinsamen die Kinder heute zunehmend und ihnen fehlt diese Zeit in und der Bezug zu der Natur. Oft erzählen ihr die Kinder, dass zu Hause selten selbst gekocht wird und dass die Tage verplant sind aber die Zeit im Freien, die Zeit des selbständigen Entdeckens fehlt. Mit ihrer Arbeit in den Schulen und im Zuge des Ferienexpresses will sie hier ein klein wenig gegensteuern. Und sie hat das Gefühl, dass speziell jüngere Mütter schön langsam wieder mehr Wert auf Regionalität, Ursprünglichkeit und Natürlichkeit legen. Ihr kommt vor, hier könnte eine Trendumkehr geschehen, was natürlich hoffnungsfroh stimmt.

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