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Säcklerei Gruber-Leitner Kufstein

Immer praktisch, immer in Mode, einfach gfierig: Die Lederhose

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In der Region um Kufstein hat man das Glück, seine Lederhose in einer richtigen Säcklerei kaufen oder erneuern lassen zu können. Und man darf hier wirklich von Glück sprechen, denn es ist ein seltenes Handwerk geworden, dem sich die Familie Gruber-Leitner bereits seit Generationen verschrieben hat. Mittlerweile zählt der Familienbetrieb zu einem der letzten seiner Art in Tirol.

Die Wurzeln dieses seltenen Handwerks reichen bis ins 15. / 16. Jahrhundert zurück. Damals wurden Ledersäcke hergestellt, um Kohle zu transportieren. Daher der Name Säcklerei. Bald ist man aber drauf gekommen, dass sich das Leder hervorragend für Kleidungsstücke eignet, da es sehr widerstandsfähig ist. Nach der Einführung als nützliche Arbeitskleidung entwickelte sich die Lederhose zu einem wahren Modetrend.

Die Geschichte des Familienbetriebes Gruber-Leitner nimmt 1832 ihren Lauf. Was als Handschuhmacherei begann, ist seit 1897 eine Säcklerei. Es gibt mittlerweile keine Schule mehr, um das Handwerk eines Säcklers zu lernen. Nur durch einen Meister kann das Gewerbe erlernt werden. In Kufstein führt Christian Leitner gemeinsam mit Johanna Moser und seiner Mutter Elvira Leitner den Betrieb weiter. Er hat zwar selbst ein Fotostudio, aber es wäre zu schade, wenn dieser traditionelle Betrieb samt seinem Wissen um die Lederverarbeitung aussterben würde.

Lederhäute aus der Region

Eines ist gewiss: Gefragt sind sie damals wie heute, die Hirschledernen. Handbestickt mit Häuten aus der Region haben sie einen ganz besonderen Wert. Christian Leitner erhält die meisten Lederhäute aus Tirol und Bayern, manche aus dem salzburgerischen Pongau. Exotisch wird es nur, wenn es um Knöpfe geht. „Diese werden aus der brasilianischen Steinnuss hergestellt, denn diese Knöpfe halten wesentlich besser als Plastikknöpfe und sind günstiger als Hirschhornknöpfe“, erklärt der Fachmann. Selbstverständlich kann im Endeffekt der Kunde bzw. die Kundin wählen, welche Knöpfe er oder sie gerne hätte.

Eine Konstante im Wandel der Zeit

Merkliche Trends oder Flauten kann man in der Säcklerei nicht feststellen. Die Nachfrage bleibt konstant, das Gewerbe ist sehr stabil. Die Farbe der Lederhose spielt meistens keine sehr große Rolle. „Seit einigen Jahren lässt sich feststellen, dass den Kunden wichtig ist, dass das Leder nicht einfärbig ist“, erzählt der Säckler. „Je fleckiger, umso älter aber auch natürlicher schaut die Hose aus.“ Es landen übrigens auch richtig alte Lederhosen auf dem Budel des Traditionsbetriebes. Dabei handelt es sich meist um Erbstücke, die für Söhne und Enkelsöhne umgearbeitet werden sollen. „Eine mühevolle Aufgabe“, erklärt Elvira Leitner. Normalerweise werden die einzelnen Teile einer Lederhose bestickt, bevor sie von Sohn Christian zusammengenäht werden. Dadurch kann sie das Leder viel besser halten und führen. Eine Lederhose im Nachhinein mit der Hand zu besticken, ist wesentlich aufwändiger.

Geschmack und Herkunft entscheiden

Tiroler Lederhosen haben eine glatte Naht am Gesäß. In Salzburg tragen Männer ihre Ledernen mit Tellernaht. Christian Leitner ist bei diesen Entscheidungen aber flexibel. Im Endeffekt entscheidet der Kunde, was ihm gefällt und was er gerne hätte. Ebenso ist es bei der Stickerei und der Farbe des Garns. Kritisch wird es erst beim Muster. Vereine, wie etwa die Kufsteiner Stadtmusikkapelle oder die Thierberger Schützen, haben ihre eigenen Muster, die von Elvira Leitner auch nur auf Hosen von Vereinsmitgliedern gestickt werden. Für Privatkunden wird das Buch mit den Stickmustern gezückt, in dem um die fünfzig verschiedenen Verzierungen zur Auswahl stehen. Mit Federn von heimischen Gänsen überträgt Christian die Muster mit Gummi arabicum auf die Lederteile und pappt sie mit Roggenmehl zusammen. Danach kommt seine Mutter mit der Nadel an die Reihe. Von ihr werden die Hirschledernen mit Seidenfäden bestickt. Der Säckler näht die Teile dann mit der Maschine zusammen. Dann ist das gute Stück fertig. Bis zu 35 Stunden Arbeit stecken in der Herstellung einer kurzen Lederhose. Kniebundhosen werden weniger verziert und sind dementsprechend weniger aufwändig in der Herstellung. Auch Ziegen- und Rindsleder wird teilweise verarbeitet. Diese beiden Materialien werden aber ausschließlich maschinell bestickt. Nur das Hirschleder wird von Hand bestickt.

Eine Lederhose ist praktisch immer in Mode

Zwar hat sich in den letzten Jahren beim Schnitt der Lederhose etwas geändert, aber altmodisch sind auch die älteren Ledernen nicht. Einzig der Bund endet mittlerweile drei Finger unter dem Bauchnabel und nicht mehr – wie früher – über dem Nabel. Für das Tragen der Lederhose gibt es wenig Richtlinien. „Lediglich ein Bräutigam sollte eine Kniebundhose tragen, Gäste können in kurzen Hirschledernen gehen“, sagt Christian Leitner. Festlich und modisch angezogen ist man mit einer Lederhose praktisch immer. Dementsprechend hoffen wir, dass Kufstein diese Säcklerei noch lange erhalten bleibt.

Über die Schulter geschaut

Öffnungszeiten:

  • Montag - Freitag von 9:00-12:00 und 15:00-17:00 Uhr
  • Samstag von 9:00-12:00 Uhr
  • Mittwoch Nachmittag geschlossen

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